Nirs Stadt

 

„Eine ungewöhnliche Dreiecksgeschichte, die zwei Wahrheiten nebeneinanderstellt, die des Täters und die des Opfers, ohne psychologische Verwässerung und ohne die geringsten Zweifel daran zu lassen, auf wessen Seite zu stehen die Geschichte verlangt.“
Jury des Nordrhein-Westfälischen Autorentreffens anlässlich der Preisverleihung, 1987

„Ort und Zeit der Erzählung werden nicht genannt, aber trotzdem drängen sich bei der Lektüre Bilder von Frauenkonzentrationslagern im Faschismus auf und weisen gleichzeitig über die historische Situation hinaus.“
Büroklammer, Heft 24, Westfälisches Literaturbüro Unna, Januar bis März 1992

„‚Nirs Stadt‘ ist ein stilles Buch, das trotzdem beredt ist. In Leserköpfen entfaltet es eine Eigendynamik, die nicht ohne weiteres loslässt. So wird die Grausamkeit der Ereignisse zwar erklärbar, gleichwohl aber in keinster Weise entschuldigt. Es spielt gewissermaßen mit dem Entsetzen und macht dadurch gerade Entsetzliches sichtbar.“
Mechthild Kock, Neue Westfälische, Nr. 48 vom 26. Februar 1992

„Nir redet mit dem Krieg. Doch der Frieden bleibt stumm… Eine düstere Parabel über die grauenvollen Aspekte unseres Jahrhunderts… Der Leser fühlt sich hin und hergerissen zwischen der unmenschlichen, brutalen Welt des Lagers, in dem das Individuum nichts zählt und nichts wert ist, und der lichten märchenhaften Welt des Kindes. Die Autorin erzählt plastisch, manchmal scheinbar naiv und mit einem leisen, fast poetischen Unterton, der der Phantasiewelt des kleinen Mädchens entspricht.“
Ursula Homann, Der Literat, März 1992

„Frauen und Kinder sind während eines Krieges, der an vielen Orten dieser Welt spielen könnte, in ein Konzentrationslager deportiert worden.
Die sechsjährige Nir versucht Sinn in diese grausame Welt zu bringen. Dies gelingt ihr nur, indem sie sich eine Phantasiewelt, ‚Nirs Stadt‘, erschafft. In ihr kann sie Fragen an Krieg und Frieden stellen, mit ihnen in einen Dialog eintreten.
Beklemmende Bilder, die wachrütteln und Anteilnahme mit Verfolgten und Minderheiten wecken.“
Iris Nölle-Hornkamp, Westfalen Spiegel, Nr. 4, 1992