Ein stürmischer Sonntag

„Der Autorin Ronnith Neumann ist ein sprachlich vielschichtiges Stück geglückt, das anderthalb Stunden Aufmerksamkeit und Verständnis für Marotten und Abwege der menschlichen Existenz liefert.
Diese Singlefrau ist so komplett mit sich selbst und ihren Gewohnheiten beschäftigt, dass es ihr unmöglich ist, fremde Sichtweisen anzuerkennen. Sie kann nur von sich her fühlen und handeln. Jeder Standpunkt ist pure Bedrohung – selbst der eines kleinen Kindes. Die reine Singleitis schafft einen neuen gefährlichen Typus von Mensch. Das ist die bemerkenswerte Erkenntnis an diesem sehenswerten Abend.“
Martin Burkhardt, WDR 3, „Mosaik“, 9. Oktober 2000

„Ronnith Neumann schenkte dem Paderborner Publikum mit ‚Ein stürmischer Sonntag‘ ein dichtes und spannendes, ganz auf das Wort setzendes Psychodrama.“
Neue Westfälische, Nr. 235 vom 9. Oktober 2000

„Eine psychisch gestörte Frau tötet ein Kind, das sie liebt. Den Hergang der furchtbaren Tat und die seelischen Beweggründe der Täterin entfaltet Ronnith Neumann in ihrem Theaterstück ‚Ein stürmischer Sonntag‘  in spannender Dramaturgie.“
Andrea Pistorius, Westfälisches Volksblatt vom 9. Oktober 2000

„ ‚Ein stürmischer Sonntag‘ ist ein ernstes Stück, ein Plädoyer für eine humanere Gesellschaft.“
Westfalen-Blatt, Nr.234  vom  9. Oktober 2000

„Neunzig faszinierende Minuten verfliegen schnell – das Geheimnis um den Tod des Jungen, das erst am Ende gelüftet wird, ist dabei maßgeblich.“
Sabine Fischer, Westfälischer Anzeiger vom 9. Oktober 2000

„Die Problematik von Nähe und Distanz, die in der Erzählung der Frau von ihrer zaghaften Annäherung an den kleinen Jungen deutlich wird, spiegelt sich auf der Bühne im Verhältnis der Dialogpartner wider. Dem Zuschauer wie den Schauspielern wird dabei alles abverlangt. Ein Theaterabend von (viel zu) seltener Intensität.“
Hannelore Piehler, Bamberg,  5. März 2003

„Ein kleiner Junge öffnet allmählich und in aller Unschuld den Panzer einer Frau. Sie hat ihr Leben geschützt bis zur Starre, gerastert in Gut und Böse, in Sauber und Schmutzig, in Ich und Der-Rest-der-Welt. Phillip, der Kleine von nebenan, dessen Eltern keine Zeit für ihn haben, schmiegt sich zart an die Frau und taut ihr gefriergetrocknetes Herz an. An einem stürmischen Sonntag wagt er mit ihr einen gefährlichen Spaziergang.
Mit ihrem Stück ‚Ein stürmischer Sonntag‘  hat Ronnith Neumann ein subtiles, klarsichtiges Kammerspiel für zwei Personen geschrieben. Es ist eine faszinierende Retrospektive, die Summe unzähliger kleiner, oft unbewusster und unfreiwilliger Enthüllungen. Die Frau spricht mit einem Mann über ihr verstörendes Erlebnis und entblößt ihr ohnehin längst verstörtes Wesen. Der Mann glorifiziert die Kindheit und spricht die Familie heilig: eben das, was die Frau bedroht und was sie hasst. Hart und scharf urteilt sie über die Welt – und zeigt doch nur, wie tief verletzt ein Mensch sein kann, der zu endgültiger Grausamkeit imstande ist.“
Fränkischer Tag , Bamberg,  27. Februar 2003